Rezeptionen des Eulenspiegel in unserer Zeit
Eine Ausstellung des
Bomann Museum Celle
und des
Kunstmuseum Celle
in Zusammenarbeit mit dem
Ausstellungsbüro Göttingen
14. Juni 2007 - 21. Oktober 2007
Öffnungszeiten:
15. Juni - 21. Oktober: Di - So 10.00 - 17.00 Uhr
- 14. Juni um 19 Uhr: Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag des
Kabarettisten Dietmar Wischmeyer.
- 1. September: Der "Schweizer Till" EMIL Steinberger gibt sich die
Ehre einer kabarettistischen Lesung.
- 21. Oktober: Zur Finissage wird mit dem Film "Das Phantom von Bonn" das
Leben des fiktiven Bonner Diplomaten Edmund Friedemann Dräcker gezeigt.
Weiterhin werden zahlreiche Führungen und Sonderveranstaltungen angeboten.
Große gemeinsame Sommerausstellung des Bomann Museums Celle und des
Kunstmuseums Celle
Das Volksbuch vom "Till Eulenspiegel" ist der einzige Welterfolg der
Dichtung Niedersachsens und zugleich das berühmteste und
langlebigste aller deutschen Volksbücher. Durch die Jahrhunderte
hat der TILL zahlreiche Wandlungen durchlaufen; heute gilt er uns vor
allem als "Scherzbold" und amüsanter "Tunichtgut"
zahlloser beliebter Kinderbücher. Der TILL der Urfassung des
Braunschweiger Zollschreibers Hermann Bote von 1510 war indes ein
anderer: ein Rebell, ein Querdenker, keineswegs nur ein "heiterer
Gesell", sondern oft dunkel in Tun und Wesen... Ein Erfinder und
Erneuerer auch, der sich gegen die tradierten Denkmuster seiner Zeit
auf seine spezielle Weise zu wehren versuchte.
Das Bomann Museum Celle und das Kunstmuseum Celle greifen in
Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsbüro Göttingen im
umfangreichen Projekt "TILL Forever !" auf die Urschrift und
somit die Vergangenheit zurück - und sprach zeitgenössische
Künstler aus verschiedensten Bereichen mit der Bitte an, den
TILL in die Gegenwart zu transportieren, um ihn für Zukünfte
- und für uns ! - tauglich zu machen.
So geht es in dieser Ausstellung, die am 14. Juni um 19 Uhr eröffnet
wird, auch nur ganz am Rande um "Illustrationen" zum TILL;
vielmehr um den Geist, um das Denken der halbliterarischen Figur mit
der enormen Wirkung durch die Zeiten. Und um die Frage, ob wir nicht
gerade heute dringend wieder eben dieses unkonventionelle Denken
benötigen, um die kleinen und großen Erkrankungen dieser
Welt erkennen und heilen zu können.
Ein gutes halbes hundert Künstler hat sich dieser Aufgabe gestellt -
mit unterschiedlichsten, oft sehr vergnüglichen aber auch sehr
hintergründigen, vieldeutigen und evokativen Ergebnissen; in
satirischen Zeichnungen, Gemälden, Objektkunst, Skulptur,
Fotografie, Installation und vielem anderen finden sich
surreal-intellektuelle Umdeutungen von Realitäten ebenso wie der
freche, überzeichnende Spaß; "Missverständnisse"
zugunsten einer höheren Wahrheit ebenso wie verblüffende
Vorschläge zur Bewältigung alltäglicher Probleme.
Da überführt Janosch tillsche Abenteuer in die Tierwelt und
gewinnt ihnen damit ganz neue Aussagen ab; da verbindet Rainer
Hachfeld den Habitus des Till mit böser politischer Aussage;
Kain Karawahn entdeckt den TILL in Felsformationen am feuerspeienden
Stromboli; Terroristen und Fanatikern jeglicher Couleur wird von
Rainer Ehrt der Eulen-Spiegel vorgehalten; Roland Albrecht schafft
mit scheinbar authentischen Objekten und historisch genau
erarbeiteten Hintergründen eine Gegenwelt, die wesentliche Teile
der zeitgenössischen Kulturszene ad absurdum führt; der
Trickfilmer Volker Schlecht beobachtet den TILL in uns allen an
"Grill´s Till-Stübchen"; Claudia Zigldrum packt für
den TILL ein Präsent, das Jeff Koons vor Neid erblassen ließe;
Marie Marcks lässt ihre "Tilla" gewohnt treffsicher über
den Geschlechterkampf schwadronieren...
Eine Fülle künstlerischer Arbeiten verspricht einmal mehr einen
spannenden Aufenthalt in einem der schönsten Museen
Deutschlands!
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